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Der vorliegende Knigge für gute Tanzmanieren wurde speziell als Richtlinie für einen Studienaufenthalt in Indien entwickelt, seine Beachtung ist jedoch aus Gründen der Höflichkeit grundsätzlich zu empfehlen.

Bharata Natyam Tanzunterricht allgemein

  • Zum Unterricht immer pünktlich erscheinen.
  • Im Unterricht korrekte Tanzbekleidung tragen, keine „Säcke“. Haare dürfen nicht ins Gesicht hängen.
  • Jede Unterrichtsstunde mit Namaskaram beginnen und beenden, auch wenn man zu spät kommt, oder früher geht.
  • Beim Unterricht nie zwischen Tanzschüler und Tanzlehrer durchgehen.
  • Nicht „herumlungern“, auch wenn man gerade nicht tanzt, Haltung bewahren!
  • Wenn man im Unterricht ausgebessert wird, nicht widersprechen („xy hat mir aber gesagt“, „Du machst das aber anders ...“), oder eine Ausrede haben („ich bin so müde ..“, „ich konnte keinen Parkplatz finden“) am besten im Unterricht überhaupt nicht sprechen. Außer Fragen – Fragen können und sollten immer gestellt werden, sowohl im, als auch außerhalb des Unterrichtes!
  • Am Boden sitzt man im Schneidersitz, oder die Beine seitlich abgewinkelt, nie aber mit ausgestreckten Beinen (vor allem nicht, wenn die Beine in Richtung einer Person, eines Altars oder der Bühne ausgestreckt werden). Wenn man im Unterricht auf dem Boden sitzt oder wartet, dann sollte man sich nicht an der Wand anlehnen.
  • Bitte bereits vor dem Unterricht nicht nach Schweiss riechend erscheinen! Sonst vorher kurz duschen!

Tanzunterricht in Chennai, Indien

  • Bei der Ankunft in Chennai werden die Tanzlehrer mit Namaskaram (mit rechter Hand, oder beiden Händen Füße des/der LehrerIn berühren, dann eigene Augen berühren) begrüßt.
  • Möglichst am ersten Tag fragen, wieviel der Unterricht, das Wohnen und die Verpflegung kostet, und auch bis wann die Bezahlung erfolgen soll. Diese Frist auch bitte einhalten!
  • Im Tanzunterricht hat man im korrekten Tanzgewand, Übungssari, Hose und Saribluse zu erscheinen, die Haare so frisiert, daß sie nicht ins Gesicht hängen. Ein Salwar Kameez ist im Unterricht nur als absolute Notlösung erlaubt (Koffer noch nicht ausgepackt, weil gerade aus dem Flugzeug gestiegen), dann aber den Schal ordentlich um die Hüften gewickelt, so daß der Lehrer den Bewegungen gut folgen kann. Keine sackartigen Salwars ohne Schals tragen! Mädchen und Frauen, im Unterricht sollte man das Bindi nicht vergessen!
  • Wasser trinken (keine sonstigen Getränke) während des Unterrichtes ist erlaubt, man sollte aber immer fragen, bevor man seinen Platz verläßt um einen Schluck aus der Flasche zu nehmen. Die Wasserflaschen nicht im Weg herumstehen lassen. Beim Unterricht im Sitzen (Abhinaya, Nattuvangam oder Gesang), sollten die Wasserflaschen hinter sich abgestellt werden, oder noch besser ganz aus dem Weg, an einer Wand.
  • Beim Hauseingang sollte man fragen, wo man sich die Schuhe auszieht, nicht mit Schuhen eintreten, ebenso natürlich keinen Tanzsaal mit Schuhen betreten. Schuhe nur mit der linken Hand berühren.
  • Den Lehrer oder männliche Respektspersonen mit "Sir" ansprechen, weibliche Respektspersonen mit "Madam" oder familiärer mit "Auntie".
  • Talams, Tattukaris, Tattumalais, Bücher, Personen, Bilder oder Photos von Göttern oder Lehrern NIEMALS vorsätzlich mit den Füßen berühren, falls es doch einmal versehentlich passieren sollte (vor allem bei Talams und Tattumalais kann das einfach passieren), dann gleich Namaskaram machen (mit rechter Hand den jeweiligen Gegenstand oder Menschen berühren, dann eigene Augen). Falls man mit dem Fuß am Lehrer oder sonstiger Respektperson angekommen ist, dann mit einem Namaskaram die Füße des Lehrers berühren.
  • Beim Anzünden von Räucherstäbchen, diese nicht auspusten, sondern mit der Hand abfächeln.
  • Undurchsichtige Baumwollbekleidung tragen, nicht ärmellos, und mindestens bis zur Wade reichend (Baumwollhosen oder Baumwollröcke). Keine enganliegende Kleidung oder zu weite Ausschnitte tragen! Weder beim Tanzunterricht noch anderswo die Hose des Salwar weglassen (nackte Beine sind verpönt). Für Frauen gilt, sowohl im Unterricht, als auch auf der Straße, immer einen BH tragen!
  • Das Essen nicht mit der linken Hand berühren, alles mit der rechten Hand reichen und entgegennehmen (am besten schon zu Hause damit anfangen!)
  • Sollte man zu den Rauchern gehören, dann sei das Rauchen vor dem Tanzlehrer und vor anderen Respektspersonen zu unterlassen. Ebenso wird es nicht gerne gesehen, wenn Frauen auf der Straße, oder sonstwo rauchen.

Körperpflege

  • Sehr wichtig ist das Duschen vor dem Unterricht und nach dem Unterricht. Aber in Madras herrscht akuter Wassermangel, d.h. die Duschen so kurz wie möglich halten, vor allem weil man mehrmals am Tag duscht. Auch die Haare sollten so oft wie möglich gewaschen werden.
  • Es wird großen Wert auf ein gepflegtes Erscheinungsbild gelegt. Unangenehme Körpergerüche sind absolut tabu!!! Die reichliche Verwendung von Seife und Deo ist unerläßlich!
  • Die Kleidung sollte immer frisch gewaschen sein, man sollte immer genug Sariblusen, Hosen etc. zum Wechseln mitnehmen, damit man nichts bereits Verschwitztes anziehen muß. In der Hitze trocknet Wäsche in der Regel sehr schnell.
  • Zu Konzerten und Tanzvorstellungen geht man angemessen angezogen, überhaupt wird unordentliche Kleidung nicht gerne gesehen.
  • Wohnt man in der Schule, dann wird das auswärts Essen nicht gerne gesehen, wenn möglich immer zu Hause und nicht "unterwegs" essen. Beim Verlassen des Hauses bzw. zurückkommen sich immer ab- bzw. anmelden.
Asmita Banerjee tanzt