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Über die Jahrhunderte haben sich verschiedene Tanzstile auf dem indischen Subkontinent entwickelt. Bharata Natyam wird als eine der ältesten dieser Tanzstile gesehen, mit Wurzeln, die über 2000 Jahre zurück liegen. Es ist zwar schwierig, die heutige Manifestation dieses Stils exakt zurückzuverfolgen, unzählige historische Artefakte jedoch, wie Abbildungen, Skulpturen und Architektur, stellen eine Verbindung der Vergangenheit mit der Gegenwart dar. Bharata Natyam, der Solo-Tanzstil hat sich über die Jahrhunderte entwickelt, er wurde von königlichen Familien unterstützt und von Devadasis in Tempeln, aber auch Tänzerinnen am Hof getanzt.

Es gilt als anerkannt, dass die heutige Form des Bharata Natyam, auf ein Quartett von Musikern und Tanzmeistern, des Maratha Hofes von Tanjore im 18. und frühen 19. Jhd, zurückgeht. Die vier Brüder Chinnaya, Ponnaya, Shivanandam und Vadivelu lenkten die musikalische und theatralische Struktur und das Repertoire des Bharata Natyam Stils, in die Richtung, wie es heute aufgeführt wird. Mit dem Beginn des 20.Jhds. jedoch war die Tradition des Tanzstils bereits im Niedergang begriffen. Dies geschah entweder durch eine Herabwürdigung durch die Gesellschaft, bzw. durch einen innerlichen Zerfall, oder beides und infolgedessen wurden Devadasis von den Tempeln verbannt.

Erst zwischen 1910 und 1935 gelang es verschiedenen Künstlern, wie Ram Gopal, Balasarasvati und anderen, Bharata Natyam zu einem respektablen Status zurückzubringen. Zweierlei Linien waren damals am Wiederaufbau tätig, einerseits traten Devadasis alter Familien wieder öffentlich auf, andererseits begannen sich erstmals in der Geschichte, Töchter höherer Kasten wie Rukmini Devi und Kalanidhi Narayanan für diese alte Kunst zu interessieren und diese auch zu erlernen. Rukmini Devi gründete Kalakshetra, die weltbekannte Akademie für Bharata Natyam in Chennai, Indien.

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